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Das
wundertätige Halterner Kreuz |
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Zu den wertvollsten
Kunstgegenständen, die die Pfarrkirche St. Sixtus besitzt, zählt ein
Gabelkreuz aus der Zeit um 1340. Es ist, wie auch die anderen in Westfalen
befindlichen Gabelkreuze, rheinischen Ursprungs. Wie die Legende erzählt,
soll es, gegen den Strom schwimmend, in Haltern von den Bürgern
unterhalb der Kirche aus der Lippe gefischt und in die Kirche zur
Verehrung gebracht worden sein. Wie den späteren Aufzeichnungen des
Halterner Pfarrers Antonius Thewes (1749 -1781) zu entnehmen ist,
hat es einst über dem Hochaltar gehangen. Die erste Kreuztracht ist
um 1726 als Karfreitags-Prozession zum Annaberg bezeugt, nachdem sich
das Kreuz im Turm der Kirche dem damaligen Küster und Vikar Ekell
durch ein Lichtwunder geoffenbart hatte. Von diesem Zeitpunkt an nahm
die Verehrung ständig zu und findet bis heute in der alljährlich zu
Kreuzerhöhung stattfindenden großen Kreuztracht ihren Höhepunkt.
Das Halterner Gabelkreuz ist seiner Stilrichtung nach der Gotik zuzuordnen.
Es ist aus Eichenholz gefertigt und stellt mit seinen schräg nach
oben laufenden Kreuzarmen und Astansätzen einen Lebensbaum dar. Der
Corpus ist 134 cm hoch, die Spannweite der Arme beträgt 103 cm. Die
Konturen des Körpers sind streng und scharf gezeichnet. Das Haupt
ist leicht zur Brust geneigt; das Antlitz hat einen schmerzverzerrten,
aber doch friedlichen Ausdruck. Das Haar fällt lang unter der Dornenkrone
herab. Die zarten Arme sind nach oben abgewinkelt und verlaufen parallel
zu den Armbalken. Der Körper ist hager, die plastisch wiedergegebenen
Rippen treten, was auch typisch für alle anderen Gabelkruzifixe ist,
extrem hervor. Umgürtet sind die Hüften mit einem bis zu den Knien
herabhängenden, faltenreichen Lendentuch. Die hinter dem Kopf befindliche
Gloriole weist auf den Sieg Christi über den Tod und seine Königsherrschaft
hin. Bei Restaurierungsarbeiten des Kreuzes im Jahre 1960 fand man
im Rücken des Corpus ein Gewandstück, das eine Borte ziert. Untersuchungen
ergaben, dass die Borte Kölner Ursprungs ist und aufgrund ihres Stilcharakters
und Materials in die Zeit des 13. Jh. zu datieren ist. Eine ebenfalls
beiliegende Spange ("brazze") aus Bein gehört dem 12./13. Jh.
an. Nach der Restauration wurden die gefundenen Gegenstände dem Kreuz
zurückgegeben. |
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