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Der
Standort der Kirche ist über die Jahrhunderte hinweg immer der gleiche
gewesen. Wie die im Sommer 1985 durchgeführten Grabungen, bedingt
durch den Anbau einer neuen Sakristei, gezeigt haben, reichen die
Funde (Fundamente, Keramiken und Brandspuren) bis um die Jahrtausendwende
zurück. Weitere Spuren einer noch früheren Kirche befinden sich vermutlich
unter dem Chor der heutigen Pfarrkirche. Bei den Grabungen kam auch
eine Reihe mittelalterlicher und barocker Priestergräber zutage, die
im Chor der ehemaligen, 1875 abgebrochenen Pfarrkirche lagen. Aufgrund
der bisherigen Erkenntnisse darf man annehmen, dass in Haltern immer
eine Kirche aus Stein gestanden hat: Das Haus Gottes hob sich durch
seine dauerhaftere Bausubstanz von den normalen Häusern der Bürger,
die aus Holz und Fachwerk bestanden, ab. Die erste nachgewiesene Kirche
war ein romanischer Bau, dessen Turm mit einem schlanken, achteckigen
Helm bis zum Abbruch 1874/75 die Stadt überragte. In der 2. Hälfte
des 14. Jh. wurde das romanische Kirchenschiff abgebrochen und dem
damaligen Zeitgeist entsprechend, durch ein gotisches ersetzt. Den
romanischen Turm ließ man stehen. Diese spätgotische Hallenkirche
war dreischiffig und geostet. Das Mittelschiff hatte zwei Quadratgewölbe,
die auf Rundpfeilern ruhten. Hieran schloss sich nach Osten ein rechteckiges
Chorjoch mit
5/8-Schluss an. Die Seitenschiffe waren außen mit Giebeln besetzt,
die jeweils seitlich des Turmes ihren Ausgang nahmen.
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Grundriss
der Pfarrkirche |
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Am Äußeren der
Kirche waren die rohen Bruchsteine sichtbar, die aus den Steinbrüchen
der näheren Umgebung, der Hohen Mark und den Borkenbergen, stammten.
Erste Überlegungen zur Erweiterung der Kirche, die durch die vielen
Wallfahrten zum hl. Kreuz ausgelöst wurden, waren bereits 1831 angestellt
worden. Unter Pfarrer Wilhelm Wenker (1845 -1888) rang man sich schließlich
zum Abbruch der alten und zum Neubau der jetzigen Kirche durch. An
baulicher Substanz ist ein Schlußstein mit der Darstellung des hl.
Sixtus erhalten geblieben, der heute vor der Nordwand des südlichen
Seitenschiffes liegt.
Mit den Planungsarbeiten für die neue Kirche wurde der Architekt A.
Hanemann aus Münster betraut. Da anfängliche Bestrebungen, die neue
Kirche wieder in Ost-West-Richtung zu bauen, wegen zu hoher finanzieller
Forderungen der Raesfeldschen Familie für ihr abzubrechendes Haus
gescheitert waren, errichtete man die Kirche in Nord-Süd-Richtung.
Dabei fiel ein großer Teil des alten Friedhofes dem Neubau zum Opfer.
Zuerst wurde der Turm gebaut, der zunächst als Notkirche diente. 1872
war der erste Bauabschnitt beendet. Konsekriert wurde das neue Gotteshaus
am 16. September 1885, am Montag nach dem Fest Kreuzerhöhung. Die
Kirche gehört so, wie sie sich uns heute mit ihrer nordischen Backsteinarchitektur
darstellt, zu den schönsten neugotischen Kirchen Westfalens. Die hochaufragenden
Pfeiler und die Weite des Hallenraumes mit den beiden Seitenschiffen
und den Querarmen verleihen der Kirche einen monumentalen Charakter.
An dem, dem Kirchenschiff vorgesetzten, quadratischen Turm schließen
sich 4 rechteckige Mittelschiffjoche an. Die Vierung bildet ein quadratisches
Joch mit nach Osten und Westen angrenzenden Querarmen. Der Chor besteht
aus zwei schmalen, rechteckigen Jochen mit 5/8-Schluß. An der Stirnwand
des linken Seitenschiffes befindet sich ein neugotischer Nebenaltar,
der mit der Hauptfigur, einer Pietà, in den Hohlkehlen die
sieben Schmerzen Mariens darstellt. Der früher an der rechten Stirnwand
vorhandene Kreuzaltar, in dem das wundertätige Kreuz ausgestellt war,
wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und nach dem Krieg ganz
abgebrochen. |
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